Recap ContentiXX & CampiXX 2020 – Dinge, die ich für meinen Arbeitsalltag mitnehme

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Es wird meine erste Contentixx sein, von daher habe ich wenige Erwartungen. Das Programm liest sich spannend, von einigen Vorträge erhoffe ich mir neue Einblicke, andere höre ich mir an, weil es mich als ehemalige freie Journalistin interessiert.

Diese Vorträge will ich mir anhören:

Konferenzen in Tagen von Corona – so könnte eine Überschrift lauten. Aber das war bei Weitem nicht das wichtigste Thema dieser Konferenz. Mit unter 400 Teilnehmern ist sie auch eine eher kleine Veranstaltung. Die aufgehängten Desinfektionsmittel-Spender gaben Sicherheit, auch wenn dort kein Andrang herrschte. Aber die Stimmung war gut, Kaffee und Tee flossen in Strömen und die Vorträge waren informativ und manchmal sogar extrem unterhaltsam. Aber mir fehlt wie gesagt der Vergleich zu Vorjahren….

Learning No. 1: Dranbleiben!

Kontinuität! Das ist es, was ich vor allem von der Contentixx mitnehme. Kontinuierliches Dabeibleiben, Beurteilen und Bewerten der Texte sind Schlüsselfaktoren zum Erfolg. Und natürlich, dass man seine Zielgruppe kennen muss. Für wen schreibe ich was zu welchem Zeitpunkt in welchem Umfang? Wie stark muss oder kann ich aktuelle Entwicklungen aufnehmen?

Klingt eigentlich alles sehr logisch und selbstverständlich – tun wir nur alle im Alltag viel zu selten oder nicht intensiv genug. Ist der Text einmal fertig, dann wartet auch schon das nächste Thema, der nächste Kunde.  Daher ist es gut, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass man Themen schon bearbeitet hat und dass man nicht wieder von vorne beginnen muss.

Systematisch aufbereitet und ruhig und unaufgeregt vorgetragen hat Jochen Weiland. Sein Vortrag zu “Aufbau von Content und Optimierung in der Praxis – Schritt für Schritt” zeigt die Grundlagen für alle Content-Strategien. Vor allem, weil er systematisch und fast handwerklich vorgeht, ist der Vortrag gut verständlich gewesen und insgesamt herrlich unaufgeregt.

Was ich sehr interessant finde, ist Wikipedia und wie man die Enzyklopädie nutzen kann. Obwohl ich Wikipedia extrem schätze und weiß, dass es die erste Quelle für Journalisten ist, um einen ersten Eindruck zu einem Thema oder Unternehmen zu bekommen, oder sogar, um einzuschätzen, wie wichtig ein Player am Markt ist, wird es wohl erstmal keine Rolle in unserem Agentur-Alltag spielen. Aber wer weiß, dank Martin Hinterdorfers Vortrag habe ich zumindest dies im Hinterkopf!

Dass gute Geschichten gelesen werden, war mir schon klar. Hannes Hillbrechts Vortrag zu “Warum gutes Content Marketing journalistische Skills braucht” hat mir vor allem neue Ideen fürs Erzählen gezeigt. Das Content Marketing umso erfolgreicher ist, je mehr es journalistischen Standards entspricht, ist für mich dagegen nicht verwunderlich. Hat doch die vom Journalisten bearbeitete Nachricht noch immer eine so viel höhere Glaubwürdigkeit als jede Anzeige.

Gute Geschichten zu erzählen, die einem noch nach Jahren einfallen? Wer will das nicht? Wolfgang Jung hat in seinem Vortrag “Storytelling 2020 – digital, emotional, nachhaltig…” gezeigt, wie man mit der richtigen Geschichte einen Hammer für den 6-fachen Preis des handelsüblichen Modells erfolgreich verkaufen kann. Und dass innerhalb eines Tages. Stichwort: Panzerstahl!

Learning No. 2: Zielgruppe im Auge behalten!

Sich auf die Zielgruppe einzustellen ist das zweite Learning dieser Konferenz. Sehr schlüssig hat es Pinar Ünsal am Beispiel von internationalem Content Marketing gezeigt. Stimmt die Warenbezeichnung nicht, klappt es nicht mit dem Verkauf. Wie kauft der Italiener ein? Wie bezahlt der Türke? Was ist dem Amerikaner an Infos wichtig und gegen wen muss ich eigentlich auf einem fremden Markt bestehen? Die Antwort ist immer länderspezifisch und sollte dringend vorher recherchiert werden.

Ein anschaulicher und mit Beispielen gut gefüllter Beitrag war der von Raffael Schulz zu “Content-Audit – Mehr Erreichen trotz weniger Aufwand”. Für sein Hochzeitsportal ist er seinen Content konsequent durchgegangen, hat entrümpelt, zusammengefasst und auf den neuesten Stand gebracht. Denn nicht nur Bildsprache ändert sind, sondern auch Keyword-Zusammensetzungen. Mit deutlich weniger Content hat er dadurch mehr Sichtbarkeit erreicht.

Das persönliche Fazit: Mehr Planung im Alltag für meine Learnings!

Mein Fazit von der Contentixx 2020 ist, dass Content mehr Kontinuität braucht als wir im Alltag in Form von eingeplanter Zeit dafür bereithalten. Dabei lohnt es sich immer, diese Zeit zu investieren. Nicht nur, weil veralteter oder unzureichend gepflegter Content einem wieder auf die Füße fällt, sondern auch, weil wir schon viel Zeit und Geld in die Erstellung von Content gesteckt haben und regelmäßige Pflege am Ende weniger kostet und mehr bringt als Neuproduktion.

Für wen schreibe ich und was will derjenige von mir wissen – ohne das kann es ja gar nicht funktionieren, oder? Klar – Sicht auf Zielgruppe muss sein! Aber trotzdem lohnt es sich, darauf noch einmal den Blick zu richten. Mit Keywordrecherche und Sensibilität für Thema und Kunde.

Hinweis an alle: ich würde gerne auf eure Präsentationen verweisen, daher schickt sie mir doch einfach an kira.melzer@gettraction.de oder stellt sie bei slideshare ein!


Recap CampiXX 2020

Kurz Vorweg: Viele werden sicherlich mitbekommen haben, dass der Veranstalter Marco Janck am Freitagmorgen beschlossen hat, die Veranstaltung nach einem Tag abzubrechen. Dementsprechend habe ich nun zwar weniger Material, kann aber dafür genauer auf die einzelnen Referenten eingehen.

Fangen wir aber mit den Gegebenheiten rund um die Vorträge an. Da es meine erste Veranstaltung in der SEO- bzw. Online-Marketing-Richtung war, bin ich mit relativ wenigen Erwartungen am Müggelsee angereist. Die Location war, entgegen meiner Erwartungen im Kontext der aktuellen Lage, an vielen Stellen sehr schmal und prädestiniert für ungeplante Zusammenstöße mit Fremden. Zum Networking also eigentlich nicht schlecht.

Diese Vorträge wollte ich mir neben spontanen Aktionen am Donnerstag anhören:

Olaf Kopp & Philipp Ehring Entitätenbasierte Suche – Teil 1 (und 2):
Justus Blümer SEO und machine learning – Fasttext
Sören Bendig Agenturprodukte für SEO entwickeln
Joachim Nickel Besucher tracken mit Matomo (Serverseitig)

Das A&O eines fachkundigen Menschen ist, auch mal tiefer in die Grundlagen seines Fachs einzutauchen. Olaf Kopp und Philipp Ehring haben mir mit Ihrem Vortrag über Google und seiner Entwicklung in den letzten Jahren einen sehr guten Überblick über die technische Funktionsweise von Suchen gegeben und auch Anreize gesetzt für mögliche oder wahrscheinliche Weiterentwicklungen der Zukunft in diesem Bereich.

Nach einem anfänglichen Geschichtsexkurs über Googles Aufkaufen der Datenbank Freebase, über die Geburtsstunde des Knowledge Graphs 2012 und zum Knowledge Vault (über dessen Existenz ich tatsächlich nichts wusste bis dato) bis hin zu BERT 2019. Das Ganze bezogen auf Google Rank Brain – nun habe ich einen guten Überblick, wie das ganze zusammen funktioniert oder funktionieren könnte.

Im Nachfolgenden wurden die einzelnen Komponenten, die zu einem Google-Suchergebnis beitragen oder es in Zukunft mit Sicherheit werden, auseinandergenommen.

Besonders interessant fand ich hierbei den Bezug aufs Machine learning und die damit verbundene, in der Zukunft mögliche, exponentiell gesteigerte Skalierbarkeit des Data Minings für Knowledge Graph und Vault.

Mir Überlegungen zur Umsetzung und Entwicklung des Ganzen zu machen, übersteigt meinen Horizont leider bei weitem. Trotzdem sind Modelle, in denen vom herkömmlichen Pflegen von strukturierten Daten weggekommen wird, immer mehr interessant. Rundum war Olafs technische Wissensstunde eine Bereicherung für mich an diesem Tag und hat auch eine Menge Spaß mitgebracht – so nerdy war es auch nicht.

Der zweite Teil, in dem Philipp Ehring vorgetragen hat, musste entgegen meiner Planung Justus Blümers Vortrag zu machine-learning mit fastText weichen. Da ich im beruflichen Kontext immer wieder mit Ngrams und der maschinellen Klassifizierung und Segmentierung von Daten größerer und kleinerer Natur zu tun habe, stattete ich also dem Raum von Digitaleffects einen Besuch ab.

Facebook Fasttext: Für mich bis dahin auch ein unbeschriebenes Blatt, ein Grund mehr darüber zu erfahren. Zum Glück stand dafür mit Justus Blümer von Wingmen Online Marketing auch ein offenkundig kompetenter Referent und mit Tobias Schwarz ein definitiv kompetenter Fragensteller zur Verfügung.

Die Inhaltliche Klassifizierung von Texten verschlingt viel Performance, mit der Bibliothek fastText ist es möglich, verschiedenste Arten von Schrift Label basiert und sehr performant in Schubladen zu stecken. Dabei spielt Machine learning eine tragende Rolle. Um die KI zu füttern, benötigt fastText eine einfache Trainings-Text-Datei. Natürlich machen Normalisierung der Daten die ganze Sache angenehmer für alle Beteiligten. Dazu wurden auch konkrete Anwendungsbeispiele und Tipps für die Umsetzung mitgegeben. – Trainingsdaten: Viel hilft viel – Normalisierung: bessere Ergebnisse. Kurz und knapp gab es nützliche Informationen anhand konkreter Beispiele.

Der wohl für „Prozessoptimierer“ interessanteste Punkt ist das Spektrum des Anwendungsbereichs für fastText. Beispielsweise wurde uns ein Szenario vorgestellt, in dem Support-Emails klassifiziert werden und somit direkt beim zuständigen, fachkundigen Mitarbeiter landen. Damit kann man ohne Frage Geld und Zeit sparen.

Da man in einer Agentur in vielerlei Prozesse eingebunden ist – auch als Trainee – hat das Sammeln von Ideen und die Entwicklung von Produkten mit Hilfsmitteln wie fastText einen hohen Stellenwert. Zum grundlegenden Vorgehen bei dieser Entwicklung habe ich mir im darauffolgenden Slot den CO-Founder von AudistoSören Bendig, angehört.

Bei Sörens Vorgehen zur Entwicklung von SEO-Agenturprodukten stand trotz Fokus auf Upselling während des Vortrags immer der Nutzen für den Kunden im Vordergrund. Aus ökonomischer Sicht waren hier zum Beispiel ein nützlicher Tipp zur Skalierbarkeit von Produkten dabei, welcher mir einen Rahmen gibt, meine Leistungen zeitlich und vom Aufwand her besser einschätzen zu können. Leider hatte ich unter “SEO-Produkte entwickeln” eher einen pragmatischeren Ansatz erhofft, der mir als Neuling aufzeigt, wie so ein Produkt technisch strukturiert sein kann. Das lag aber nur an meinem Unvermögen, mich vorher mittels Beschreibung über die tiefere Thematik des Vortrags zu informieren :D. Abschließend kann man sagen, dass es sehr spannend war, Sören zuzuhören und auch ich sicherlich vieles aus seinem Erfahrungsschatz mitnehmen konnte. PS: Die Stühle im Diva-E Raum waren die gemütlichsten :^).

Was die Vorträge angeht, hat den Abschluss für mich Joachim Nickel, über das Serverseitige Tracking mit Matomo gemacht. Das Thema interessierte mich, da ich in einer früheren Beschäftigung schon einmal mit Thematiken wie dem Herausfiltern von Trackingblockern und 100%igen logging von Usern, sowie allgemeinem serverseitigem Tracking zu tun hatte. Also wollte ich herausfinden, was sich in diesem Bereich so getan hat. Leider hat Joachims Vortrag für meinen Geschmack die gängigen und gravierenden Problemstellungen von serverseitigem Tracking nicht befriedigend behandelt. Probleme wie das Caching – welches bei serverseitigem Tracking fast vollständig zum Erliegen kommt, wurden eingestanden aber nicht weiter behandelt. Grundsätzlich hatte ich das Gefühl, es ginge darum, das herkömmliche clientseitige Tracking à la Google Analytics zu ersetzen. Vielleicht war an dieser Stelle der Use Case nicht ganz klar? Wenn klar gemacht worden wäre, dass beispielsweise ein Abgleich zwischen clientseitigem und serverseitigem Tracking auf einen kurzen Zeitraum das Ziel gewesen wäre, wäre das schon wieder eine andere Geschichte. Der Ansatz, das technisch doch eher komplizierte, serverseitige Tracking, den weniger Programmier-Affinen Nutzer*Innen zugänglich zu machen, ist eigentlich gut. Jedoch bleibt in meinen Augen immer noch die Frage offen, ob diese Praktik zielführend ist.

Fazit SEO CampiXX 2020

Das war die Campixx für mich und es ging schnell. Nicht nur die CampiXX an sich, sondern alles drum herum. Danke, dass ich meine ersten Erfahrungen auf einer Konferenz machen durfte und Dank an alle Teilnehmer, die sich mir als durchweg sympathisch herausstellten. Natürlich wurde im Kontext der Zusammenkunft auch in meinen Augen zu leichtsinnig mit der aktuellen Lage umgegangen. Dazu entstehen auf so einem Event in Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsgefühl auch Stimmungen, die der aktuellen Lage sicherlich nicht gerecht werden und mit einer Absage der Veranstaltung vermeidbar gewesen wären. Nichts desto trotz hatte ich einen sehr schönen und auch lehrreichen Tag auf der SEO-CampiXX 2020.

David Meyer

Weitere Recaps SEO CampiXX & ContentiXX

https://www.seo-profi-berlin.de/seo/blog/seo-campixx-week.php

https://www.clicks.de/blog/clicks-auf-der-seo-campixx-2020-unser-recap

https://www.omt.de/suchmaschinenoptimierung/campixx/

https://www.clicks.de/blog/contentixx-2020-unser-recap-in-wort-und-gif

https://www.campixx.de/contentixx/archiv/

https://be-visionary.de/takeaways/impulse-campixx-contentixx-recap/

https://www.abakus-internet-marketing.de/wissen/seo-blog/veranstaltungen/recap-contentixx-maerz-2020-in-berlin-koepenick

https://www.seo-kueche.de/blog/contentixx-2020-das-nehmen-wir-mit/

https://podcast.farbentour.de/recap-seo-campixx-2020/

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Kira Melzer

Ich bin begeisterter Nachrichten- und Geschichtenleser und daher rührt auch meine Leidenschaft fürs Schreiben. In meiner Zeit als Journalistin in New York stand immer das Leseerlebnis im Vordergrund. Was findet vielleicht auch jemand anderes spannend, interessant und lesenswert? Ob Reisereportage oder Ratgeber-Stück: Wie kann ich meinem Leser vermitteln, was das Flair eines Ortes ausmacht, ohne dass er selber da war oder je hinkommen wird? Wie kann mein Leser entscheiden, ob New York wirklich der richtige Ort für einen Sprachkurs ist? Text muss immer einen Zweck erfüllen. Wenn er dies auch noch unterhaltsam und sinnvoll tut, dann hat man gut gearbeitet. Hat man exzellent gearbeitet, bleibt man im Gedächtnis. Das möchte ich den Kunden von get:traction ans Herz legen.

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